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Waffen

Die Waffen Okinawas sind zahlreich. Meist wird von den Hachishu no Bukijutsu 八種の武器術 gesprochen, den "Acht Arten der Waffenfertigkeit." Hier sollen kurz einige dieser Waffen beschrieben werden, und zwar erst einmal im Zusammenhang mit der Sprache.

Oft werden für die Waffen Okinawas keine Kanji gegeben; stattdessen werden sie in Kana geschrieben. Während Japanisch alleine für viele schon schwierig genug ist, hat der Schutzgott Okinawas eine zusätzliche Hürde eingebaut, um dem nicht ausreichend motivierte Adepten den Weg in die höheren Sphären des Karate und Kobudō zu verstellen.

Die okinawanische Sprache hat sich zwar heute weitestgehend an Japanisch angepasst, ist aber historisch gesehen ein Mischmasch aus Chinesisch, südostasiatischen Einflüssen, Japanisch und eigenen Inventionen.

So bedeutet das Kanji für Sai (kazashi) "Haarschmucknadel."

Das trifft wie in vielen anderen Fällen den Punkt natürlich nicht. Deshalb muss der okinawanische Ausdruck manchmal in Kana dargestellt werden, also für Sai サイ.

Der übliche Langstock heisst zwar Bô , wird bei der Ansage der Kata aber üblicherweise Kun (jap.: Kon) genannt, was etwas unsophisticated "Knüppel" bedeutet.

Um zu verdeutlichen, was gemeint ist, wird den okinawanischen Wörtern in Kana zum Teil ein vergleichbarer Begriff in Kanji beigestellt, die allerdings nicht immer treffend sind.

Tonfa: トンファ一

(kein japanischer Begriff dazu)

Nunchaku: ヌンチャク: manchmal Sôsetsukon 双節棍 genannt, also "zwei Knüppel."

Sansetsukon 三節棍 (dreiteiliger Knüppel) wird dagegen immer in Kanji geschrieben.

Surujin: スルジン (manchmal als Kusari oder Kette übersetzt)

Tinbe (Teinbe): テインベ一 (wird manchmal als Jun (tate) , also "Schild" gegeben)

Rochin: ロチン wird in Japanisch manchmal als Tanbō 短鉾 oder Tanhoko 短矛, - also kurze Hellebarde oder kurzer Spiess - übersetzt)

Nichôgama: 二丁鎌 (bedeutet einfach "zwei Sicheln")

Tekkô: 鉄甲 (bedeutet „Eisenrüstung“ oder "eiserner Handrücken")

Eiku: エーク. Wird mit dem japanischen Kai für Paddel gegeben.

Nichōgama, Nunchaku, Surujin, Tekkō, Tinbe und Rochin sind tatsächlich Geräte des täglichen Gebrauchs. Diese waren es, die dem Ryūkyū  Kobudō den Nimbus der "Bauernkampfkunst" bescherten. Ihre Entwicklung zu klassifizierten Kampfmethoden in Form von Kata begann jedoch erst im ausgehenden 19. Jahrhundert, als die Pechin-Klasse mit der Abschaffung des Ryūkyū  Königreichs ihre Standestraditionen und Aufgaben einbüßte. Während die Kata von Bo, Sai und Tunfa ohne Weiteres ins Ryūkyū  Königreich zurückdadiert weren können, ist dies bei den Kata dieser sogenannten "Bauernwaffen" nicht der Fall. Dies sollte aber keinesfalls darüber hinwegtäuschen, das Ryūkyū  Kobudō das Erbe der bunten und liebenswerten Kultur des Ryūkyū  Königreichs ist. Diese Traditionen erhalten die Geschichte lebendig.

 

On ko chi shin 温古知新: Das Alte zu überdenken heißt das Neue verstehen. Anstelle von "überdenken" kann man "On" auch als "aufwärmen" oder "novellieren" übersetzen.

 

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