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思い出の比嘉世幸先生
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• Meine Erinnerungen an Higa Seikō Sensei • Meine Erinnerungen an Higa Seikō Sensei Von Higa Saburō
► Aus dem japanischen Original übersetzt von Sanzinsoo unter dem Titel "Master Seiko Higa in my Memories." Siehe: http://uk.geocities.com/sanzinsoo/ ► Anm.: Der japanische Originaltitel lautet „Omoide no Higa Seiko Sensei“, geschrieben von Hr. Higa Saburô, einem Akupunkteur. Der Artikel erschien als Anhang in dem Buch „Karate Denshin-roku“ (Wahre Geschichte des Karate, Okinawa Tosho-Center, 1999) von Kinjō Akio, auf den Seiten 326-331. ► Deutsche Übersetzung mit freundlicher Genehmigung von Sanzinsoo. ► Anmerkungen vom deutschen Übersetzer in eckigen Klammern [...].
Im Oktober 1952 trat ich dem Itoman Dōjō bei, der Karate-Akademie von Meister Higa Seikō. Zu jener Zeit befand sich das Dōjō an einer Bus-Linie vor der Grundschule von Itoman. An der Ecke des Dōjō lag die Werkstatt eines Zimmermanns. Im November 1955 begegnete ich Hr. Kinjō Akio zum ersten Mal, als dieser am Dōjō auf Meister Higa Seikō wartete. Er war Student an der Universität von Ryūkyū und widmete sich dem Training im Karate.
Auch in der chaotischen Zeit nach dem 2. Weltkrieg in Okinawa gab es im Itoman Dōjō eine Menge exzellenter Schüler, wie Tamaki Jū'ei, Toguchi Seikichi, Kina Seikō, Yamakawa Sōko und Ishimine Chōshin, die alle vielversprechende junge Schüler waren. Manchmal blieben wir im Dōjō. Yamakawa Sōko hatte Sinn für Humor. Er und Izumikawa Kanki aus Kawasaki-shi traten zur selben Zeit dem Dōjō bei. Yamakawa’s Karate Trikcs im Kampf waren berühmt, schon als Meister Higa Seikō noch in Saipan unterrichtete. Diese älteren Schüler respektierten und bewunderten Meister Higa Seikō wirklich. Später öffneten sie ihre eigenen Dōjō und legten die Grundlage für die Verbreitung des Gōjū-ryū Karate.
Nakasone Seiyū vom Tomari-te war Zimmermann und besuchte häufig das Dōjō um die grundlegende Kata "Tensho" zu studieren. Er konzentrierte sich so lange auf die Übung der "Tensho", bis er sie gänzlich verstanden hatte. Meister Higa Seikō sagte oft zu uns, "Bruder Kaa Kaa (sein Spitzname war "Kaa Kaa", da er immer stotterte) ist eine Experte des Shōrin-ryū im Tomari-Stil. Er war jedoch sehr beeindruckt von der "Tensho" des Gōjū-ryū, und deren Bewegungen. Er ist überzeugt davon, daß "Tensho" so real und echt ist, daß diese Kata alleine genug für das Studium ist."
Zu jener Zeit hatten wir weder einen Gasherd noch einen Kerosinherd, also zerkleinerte Meister Higa Seikō Bretter und verbrannte sie, um Wasser für Tee zu kochen. Er trank überhaupt keinen Alkohol. Er trank gerne tee trinken rauchte gerne Zigaretten der Marke "Lucky Strike". In seiner Freizeit ging er spazieren und besuchte seine Freunde und Schüler, um zu plaudern. Später bekam er eine Anstellung als Karate-Ausbilder im Gefängnis von Okinawa, und so konnte er sich ein bescheidenes Leben leisten.
Ich brachte fünf meiner Freunde dazu, sich im Dōjō anzumelden. Auch brachte ich genügend Tee von zu Hause mit ins Dōjō. Solche Dinge erfreuten Meister Higa. Die Trainigszeiten im Dōjō wurden (schließlich) festgelegt. Ishikawa Kanako, die erste weibliche Schülerin, und viele andere meldeten sich im Dōjō an.
Ende Dezember 1952 hatten wir eine Feier im Dōjō. Wir kauften eine Ziege. Wir schlachteten die Ziege selbst und kochten sie für die Feier. Hr. Miyahira, ein Kalligraph und Angestellter der Kommunalverwaltung der Stadt Itoman, schrieb den Namen unseres Dōjō auf das Dōjōschild. Wir hingen das Dōjōschild am Eingang des Dōjō auf; darauf stand, "Itoman Gōjū-ryū Karate Dōjō, Nippon Butokukai Renshi, Higa Seikō" (Gōjū-ryū Karate Academy in Itoman, Chefausbilder: Higa Seikō, der den Titel "Renshi" des Dai Nippon Butokukai trägt).
Nach dem Training im Dōjō hatte ich oft die Gelegenheit, Meister Higa Seikō zu lauschen, wenn er interessante Geschichten über Karate erzählte, und oft vergaß ich beinahe, nach Hause zu gehen. Unglücklicherweise war Meister Higa’s Frau bereits verstorben und es waren die Zeiten der Armut direkt nach dem 2. Weltkrieg, so war er gezwungen, ein unbequemes Leben zu führen. Manchmal lud ich ihn zum Mittagsessen in mein Haus ein und wir sprachen über Karate. Im Folgenden einige Geschichten, die Meister Higa Seikō erzählte.
(1) Higa Seikō war ein Verwandter von Itosu Ankō vom Shuri-te. Itosu Ankō unterrichtete den jungen Higa, als dieser noch als Polizist in Shuri arbeitete. Itosu war eine freundliche und umgängliche Person. Einmal sagte Itosu zu Higa, "Ushī Higaonna ("Ushī" war der Spitzname des jungen Higashionna Kanryō) hatte einen kräftigen Körperbau." Itosu sprach immer höflich, selbst zu einem Dienstmädchen. Higa respektierte ihn. (2) Higa Seikō’s Vater und Großvater erinnerten sich an To Ru Ko (Ru Ru Ko) und Wai Shin Zan als die "linken und rechten" Militäroffiziere (möglicherweise bedeutet dies ein Befehlshaber und ein Vize- Befehlshaber?) des Repräsentanten des chinesischen Kaisers, als dieser zum letzten Mal ins Ryūkyū Königreich (das heutige Okinawa) kam [1866]. (3) Higa Seikō’s Vater war ein enger Freund von Higashiaonna Kanryō und riet diesem nach dessen Rückkehr aus China, Schüler anzunehmen und Nachfolger auszubilden. Und dann wurde Kyoda Jūhatsu Schüler von Higashonna Kanryō. (4) Higashionna Kanryō ging nach Fuzhou, Provinz Fujian, China. Während einer Überschwemmung rettete er ein Mädchen vor dem Ertrinken. Sie war die Tochter von Ru Ru Ko, und so wurde er als Schüler von Ru Ru Ko akzeptiert. Higashionna’s Tritte waren die besten unter den Schülern von Ru Ru Ko. (5) Miyagi Chōjun gehörte einer sehr reichen Familie an. Er lud Higashionna Kanryō in sein Haus ein. Dort lernte er Karate von Higashionna Kanryō. Nach dem Training unterhielt er seinen Lehrer immer mit einer guten Mahlzeit. Higashionna Kanryō litt an Asthma. Manchmal hatten Miyagi Chōjun und Higa Seikō eine harte Zeit die Asthmaanfälle ihres Lehrers zu lindern. Das Holzschild mit der Aufschrift "Nicht betreten! Wir trainieren." wurde an den Eingang der Übungshalle gehangen, während Miyagi Chōjun Karate von Higashionna Kanryō lernte. Während dieser Zeit wartete Higa Seikō draußen vor der Halle. Nach einiger Zeit betrat Higa Seikō die Trainingshalle, wurde Trainingspartner von Miyagi Chōjun und trainierte mit Miyagi Chōjun und Higashionna Kanryō. (6) Higashionna Kanryō zeigte den Schülern die Haltung der Faust, ihre Bewegung usw. mit seinem kurzen, runden Stock. Er berührte nur selten ihre Körper. Während des Trainings hat er seine Schüler nie angestarrt. Er unterrichtete sie stets mit einem freundlichen Blick. (7) Am Anfang des Trainings übten sie Sanchin ursprünglich mit offenen Händen. Sie stießen mit Nukite (Speerhand). Anders als beim heutigen harten Atemgeräusch, atmeten sie so leise, dass die anderen es kaum bemerken konnten. Auch anders als beim heutiten Sanchin Training, schlug der Lehrer den Schülern niemals auf die Schultern. Eine solche Trainingsmethode gab es nicht. (8) "Matsu (der Kindesname von Miyagi Chōjun), halte ein bevor du um die Straßenecke gehst." sagte Higashionna Kanryō zu Miyagi Chōjun. Oft gab er Miyagi warnende Ratschläge. Miyagi sagte seinem Lehrer, daß ihm dies lästig sei. Higaonna antwortete, "Du solltest eine vorsichtige Art haben. Mach dir dies zu deiner Gewohnheit. Nur Nanji (d.i., hart zu trainieren) ist keine Kampfkunst." (9) Es scheint, daß Miyagi Chōjun ursprünglich nicht für das Studium der Kampfkünste nach Fuzhou, China, ging, sondern wegen eines kleineren Geschäfts. Nach seiner Rückkehr nach Okinawa fragte er Higashionna Kanryō, "Ich habe in China beobachtet, daß sie bei der Übung der Sanchin mit einem Geräusch wie ‚Huu Huu Haa Haa‘ atmeten, wie das 'Brüllen einer sehr großen Schlange.' Was denkst du über diese Atemmethode?" Higashionna antwortete, "Ihre Art ist echt. Unsere Art ist auch echt. Was ich dich bisher unterrichtete, ist authentisch. Alles braucht Zeit zur Entwicklung. Training von innen ist echt. Du bist noch immer voller jugendlicher Enerie." (10) Wenn Miyagi Chōjun über eine Karate-technk nachdachte, stand er sogar um Mitternacht auf und studierte sie. Um sich dem Studium des Karate widmen zu können, verließ er die fünfjährige Mittelstufe der Schule vor dem Abschluß, als er noch im vierten Jahr war. Als Miyagi Chōjun jung war, besuchte er Karate-Meister andere Stile, wie Itosu Ankō und Kyan Chōtoku. In jenen Tagen gab es keine Ryū oder Namen von Karate-Stilen, deshalb trafen sich Karate-Meister verschiedener Stile und hielten ein Treffen ab, genannt "Bu no Hyoji" (ein Forum über Kampfkünste?). Bei diesem Treffen sprachen sie über Karate-Techniken, verlasen laut ein Ryūka (okinawanisches Gedicht) und tranken Sake (ein alkoholisches Getränk aus Reis). Es war wie eine freundschaftliche Feier. Miyagi Chōjun war der jüngste unter ihnen. (11) Miyagi Chōjun hatte einen (Vergleichs)Kampf mit Kentsu Yabu und Motobu Chōki, bei dem es um die Anwendung von Gelenkhebeln ging. (12) Miyagi Chōjun besuchte Hawaii, um dort Karate zu unterrichten. In Hawaii gab es eine Menge professioneller Ringer und harter Mänenr. Mittels ausgefeilter Technik kam er mit ihren starken Griffen klar. (13) In Tokyo nahm Miyagi Chōjun an einem von Gichin Funakoshi abgehaltenen Treffen teil, um Meinungen auszutauschen. (14) Als der Gründer des Jūdō, Kanō Jigorō, nach Okinawa kam, demonstrierte Miyagi Chōjun im Horai Ryokan Hotel nicht nur Kata, sondern auch Yobi Undō (vorbereitende Übungen). Kanō Jigorō war besonders beeindruckt vom Yobi Undō. Später inspirierte ihn dies zur Schaffung des Jūdō Kobo Taiso (Angriffs- und Verteidigungsübung des Jūdō). (15) Die Herkunft des Namens "Gōjū-ryū" ist die folgende: Shinzato Jin‘an nahm an einem Bujutsu-Festival im Butokuden in Kyoto teil, um dort Karate zu demonstrieren. Dort wurde er gefragt, wie der Name seines Stils sei. Als Notbehelf antwortete er, daß es sich um Hangō-ryō (halb-harter Stil) handelte. Nach diesem Vorfall wurden sich Miyagi Chōjun und Jin‘an Shinzato einig, daß ein Name für ihren Stil des Karate notwendig sei. Der Name ihres Karate-Stils wurde "Gōjū-ryū" (Stil der Härte uns Sanftheit), welcher aus den "Ho Dontō Gōjū" stammt, einer Phrase aus dem "Okinawa-den Bubishi". (16) Miyagi Chōjun demonstrierte niemals Karate in der Öffentlichkeit, außer wenn Mitglieder der kaiserlichen Familie Okinawa besuchten oder wenn er gebeten wurde, Karate bei einem sehr wichtigen Ereignis der präfekturalen Regierung von Okinawa zu demonstrieren. Abgesehen von diesen Ausnahmen gab er niemals Enbukai (Treffen zur Demonstration der Kampfkunst). Er wurde lediglich eingeladen zu Enbukai, die von seinen Schülern abgehalten wurden. Meister Higa Seikō sagte, "Mein Lehrer, Meister Miyagi Chōjun, war wie ein Buddha." Die oben erwähnten Geschichten sind nur ein Teil der vielen Geschichten, die von Meister Higa Seikō erzählt wurden. Ich sah, wie Meister Miyagi Chōjun an der Polizeiakademie in Naha Karate unterrichtete. Damals hatte ich das Gefühl, als ob ein Licht aus seinen Augen strahlte. Wenn Meister Higa Seikō Kata ausführte, zischte er nur so durch die Luft. Seine Performance war hervorragend und energisch. Jederman wußte, daß seine Performance der Kata sehr schön war. Meister Higa Seikō war der engste Schüler von Meister Miyagi Chōjun. Er erlangte die Wahrheit des Gōjū-ryū Karate, und er versuchte diese beizubehalten. Bei einer Feier tanzte Meister Higa Seikō auch "Manzai Tichiuchi", einen traditionellen okinawanischen Tanz. Er war milde gestimmt und liebenswürdig wie eine Frühlingsbrise. Er war frei und flexibel. Er war ein Genie des Karate-dō. Ende |