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• Ryūkyū Königreich • Ryūkyū Königreich Im 15. Jahrhundert gelang dem aus Sashiki im Süden stammenden König Shō Hashi 尚巴志 - der angeblich sehr kurz geraten war und deshalb "Der kleine Anji von Sashiki" genannt wurde - die Einigung der drei Königreiche zu einem einheitlichen Kulturbereich. Dies war die Gründung der 1. Shō-Dynastie, dem ersten Königreich von Ryūkyū. Hintergrund der damaligen Entwicklungen waren die enormen Veränderungen im Umkreis von Ryūkyū im gesamten Bereich Ostasiens. Im 13. Jahrhundert gelangten arabische, indische, indonesische und thailändische Einflüsse nach Ryūkyū. Während des 14. Jahrhunderts erreichte China eine hervorragende und zentrale Rolle in Asien und begründete eine neue Ordnung in der gesamten Region. Handelsbeziehungen mit angrenzenden Ländern wie Japan wurden eröffnet oder vertieft und zahlreiche Schiffe erreichten und verließen Okinawa über das nahe gelegene ostchinesische Meer. Die Ryūkyū-Inselkette wurde ein Treffpunkt für Händler und deren Geschäft.
Shō Shin 尚真 (1477-1526) wurde im Alter von nur 12 Jahren dritter König der 2. Shō-Dynastie (1469-1878). Er regierte fast 50 Jahre lang, von 1477 bis 1526. Unter ihm erreichte die Dynastie Außergewöhnliches und seine Regierungszeit wird die "Goldene Ära von Ryūkyū" genannt. Diese goldene Ära hängt eng zusammen mit dem großen Nachbarn China, denn als 1368 die chinesische Ming-Dynastie begründet wurde, begannen die Ming eine internationale Ordnung mit China als Oberhaupt aufzubauen. Chinas Gesandte bauten Handelsbeziehungen auf der Basis des Tributs gegenüber China mit nahen und ferneren benachbarten Ländern auf. Ein Handelsembargo verhinderte dabei den freien Handel, falls ein Tributbündnis abgelehnt wurde. Tatsächlich machten diese "Gesuche" China immer zum Anführer und legten die Position der benachbarten Länder fest. Nur denjenigen, welche die Treue gegenüber der Ming-Dynastie schworen, wurde die Erlaubnis zur Teilnahme am lukrativen Handel mit China durch den Ming-Kaiser gewährt. Dieses System nannte man auf japanisch Sappō 冊封. Sappō bedeutet soviel wie „Nachricht an die Tributstaaten.“[1] Durch die Anerkennung der jeweiligen enthaltenen Auflagen dieser Sappō wurde die Herrschaft der einzelnen Regenten der benachbarten Länder durch den Ming-Kaiser legitimiert und die Vorzüge des Handels mit dem fortschrittlichen China erst möglich. Ryūkyū spielte in diesem System eine wichtige Rolle als Zwischenhändler, indem sie die feinen Waren aus China importierten und an andere Länder Asiens weiterverkauften. Gleichzeitig wurden Waren aus Japan und Ostasien für den Handel und die Weitergabe an China angenommen. Dem RyūkyūKönigreichunter König Shō Shin gelang es, ein leistungsstarkes System von maritimen Handelsrouten zum Warenaustausch mit anderen Ländern zu errichten und so wurden sie zu einem der wertvollsten Tributstaaten Chinas.
Großes Staatssiegel von Shuri. [1] Satsu/Saku 冊: Buch oder Brief. Hō 封: Lehen oder Grenze.
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