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Sappōshi 冊封使

Nach der offiziellen Aufnahme von Tributbeziehungen mit China kam vermehrt kultureller Einfluß vom großen Nachbarn herüber auf das kleine Inselkönigreich. Ein wichtiger Aspekt dabei waren die Sappōshi genannten Gesandtschaften.

Sappōshi 冊封使 ist der Ausdruck für die speziellen chinesischen Gesandten oder Boten an die zahlreichen Tributstaaten des chinesischen Kaiserreiches, so auch an den Königshof von Ryūkyū.

Sappōshi bedeutet wörtlich „Bote mit Nachricht an den Tributstaat“, es wird jedoch in Anlehnung an ihren hauptsächlichen formellen Zweck auch als „Gesandte zur Amtseinführung“ oder "Investiturbeamte" übersetzt. Das erste chinesische Sappōshi gelangte 1396 nach Ryūkyū, bei der Inthronisierung des Regenten von Hokuzan, König Hanachi 攀安知, und danach 1404 bei der Amtseinführung von König Bunei 武寧. Die Sappōshi wurden bis 1866, kurz vor der Abschaffung des Ryūkyū-Königreichs im Jahre 1879, weiter geführt. 

Drachenbootrennen auf Okinawa erinnern noch heute an

das Willkommenheißen der chinesischen Sappōshi.

Die Gesandtschaften bestanden meist aus zwei Schiffen, zusammen insgesamt ca. 250-500 Besatzung, Personal, Sicherheitskräfte, Navigatoren etc. etc. Aufgrund der Windverhältnisse war es ihnen immer nur zu bestimmten Jahreszeiten möglich nach Okinawa und auch zurück zu segeln. So dauerte der Aufenthalt der Gesandtschaften durchschnittlich etwa zwischen 4-8 Monate.

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