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• Sanzan Jidai • SANZAN-JIDAI 三山時代Die Entstehungsgeschichte von Ryūkyū sowie Herkunft und Errungenschaften eines jeden Mitglieds der königlichen Familie wurden in drei - später angefertigten - formellen Geschichtsbüchern der Monarchien niedergeschrieben: dem 1. Chūzan Seikan 中山世鑑, dem 2. Chūzan Seifu 中山世譜 und dem 3. Kyūyō 球陽. Ein weiteres wichtiges Dokument ist das zweimal beinahe verloren gegangene Rekidai Hōan 歴代宝案. Eine interessante Geschichte ist die der Shunten offiziell die Zeit der antiken Ryūkyūs beginnt, oder Ko Ryūkyū 古琉球, die von 1187-1608 reichte. Minamoto Tametomo 源為朝 (1139-70) war ein berühmter japanischer Samurai. Er war der achte Sohn des japanischen Kriegs- und Lehnsherren Minamoto Tameyoshi 源為義 (1096-1156) und Onkel von Minamoto Yoritomo 源頼朝 (1147-1199), dem Gründer des Kamakura Bakufu. Im Hogen no Sen 保元の戦 oder Hogen-Krieg gegen die Taira[1] unter Taira Kiyomori 平清盛 (1118-1181) gingen die Minamoto 1156 als Verlierer hervor. Minamoto Tametomo und mehrere hundert Anführer des Minamoto Clans wurden auf die Insel Izu-Ōshima 伊豆大島 verbannt. Tametomo war jedoch alles andere als gewillt sich seinem Schicksal zu ergeben und nahm selbiges in die eigenen Hände. Bald erlangte er die Kontrolle über die sieben Inseln von Izu und floh daraufhin per Schiff aufs offene Meer. Doch das Schiff wurde von einem Taifun erfasst und in der Nähe der Insel Yagajima an Land gespült. Der dortige Hafen trägt den Namen Untenminato 運天港, "Hafen der glücklichen Vorsehung." Heute steht ein Gedenkmonument von Tametomo in Unten im Dorf Nakijin. Tametomo zog zum Urasoe 浦添城, der Burg von Urasoe im Königreich Chūzan, wo ihn der Anji Ōsato 大里 aufnahm. Urasoe bedeutet im okinawanischen Hogan-Dialekt soviel wie „Über die Landschaft herrschen.” Die Burg von Urasoe wurde im 13. Jahrhundert als Residenz für die Könige des zentralen Königreichs Chūzan erbaut und liegt in der Nähe von Naha. Dort lebte er nun und heiratete schließlich die Schwester des Anji Ōsato, welche ihm ein Kind gebar, das sie Shunten 舜天 nannten. Später wurde Shunten selbst zum Anji von Urasoe. Die Legenden von Ryūkyū erzählen die Geschichte des Bösewichts namens Riyū, der zu Macht gelangt war und Ryūkyū in Aufruhr und Unordnung stürzte. Als Anji von Urasoe übernahm Shunten die Verantwortung und vernichtete Riyū in einer Schlacht im Jahre 1187. Auf diese Weise wurde Shunten zum Gründer der nach ihm benannten Shunten-Dynastie. Während diese Geschichte den Eindruck einer einfachen Fabel erweckt, hat sie doch historische Bedeutung: Das spätere Interesse Japans an Okinawa, welches noch eine wichtige Rolle spielen wird, geht zum Teil auf die Legende der japanischen Abstammung Shuntens zurück. Dies ist deshalb erwähnenswert, weil die historische Wahrheit der Minamoto Tametomo Legende kontrovers diskutiert wird.
Minamoto Tametomo Auf die Shunten-Dynastie folgte die Eiso-Dynastie (1260-1349) Die ausgehende Eiso-Dynastie brachte Rivalitäten zwischen einzelnen Feudalherren hervor die zur Bildung der Sanzan-Jidai führten. Sanzan-Jidai bedeutet übersetzt "Die Zeit der Drei Königreiche." Diese Ära reichte von 1314 bis 1429. Die drei Königreiche waren: • Hokuzan 北山. Das Königreich des Nordens. Die Burg war Nakijin-gusuku 今帰仁城. • Chūzan 中山. Das zentrale Königreich. Die Burg war Urasoe-gusuku 浦添城. • Nanzan 南山. Das Königreich des Südens. Die Burg war Ōsato-gusuku 大里城. 1314 kam es zu einer Konfrontation der drei mächtigsten Anji 按司 (Feudalfürsten) Okinawas, und deshalb gilt 1314 als Beginn "Zeit der drei (rivalisierenden) Königreiche." Die drei Herrscherhäuser teilten die Inseln in drei eigenständige Machtzentren, die alle mit leistungsstarken Häfen ausgestattet waren und einen mehr oder weniger legitimierten, aber in jedem Fall regen Handelsaustausch mit China begannen. Schließlich wurden die Tribut- und Handelsbeziehung mit China offiziell begründet. Je nach Geschick der einzelnen Königreiche verbesserte sich dadurch wiederum deren jeweilige wirtschaftliche Macht.
Okinawa zur Zeit der drei Königreiche
[1] Dieser Krieg ist im Hogen monogatari 保元物語 beschrieben, den Geschichten oder Legenden des Hogen-Krieges. Später besiegten die Minamoto die Taira im Genpei no Sen 源平の戦 oder Genpei Krieg (1180-1185). Von diesem Krieg erzählt das Genpei Seisuiki 源平盛衰, die Aufzeichnungen über Aufstieg und Fall der Minamoto und der Taira. Mit der Machtübernahme durch Minamoto Yoritomo im Jahre 1185 wurde das erste Shōgunat Japans begründet und die gesellschaftliche Position der Daimyō als dem Schwertadel zugehörige Lehnsherren gestärkt, während der Kaiser seine führende Rolle einbüßte. |