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• Ryūkyū Kobudō • Ryūkyū Kobudō Es existieren zahlreiche Traditionen im okinawesischen Kobudō. Hier sollen nur exemplarisch einige Eindrücke gegeben werden, ohne dass auch nur eine annähernde Vollständigkeit erreicht werden kann. ► Yabiku Mōden Ryūkyū Kobudō hat auf Okinawa eine lange Geschichte, seine allgemeine Verbreitung außerhalb Okinawas jedoch begann erst mit Yabiku Mōden 屋比久猛伝 (1878-1945), dem Gründer des Ryūkyū Kobujutsu Kenkyūkai 琉球古武術研究会. Yabiku Mōden war für sein Yamane-ryū berühmt, das er von Chinen Sanda[1] 知念三良(1840-1922) lernte, dessen Manadeshi 愛弟子 oder Lieblingsschüler er war. Tatsächlich jedoch war sein Verdienst weitaus größer, denn er vereinte zahlreiche Stile und zum Teil einzelne "versprengte" Kata in seinem Lehrplan, die ohne ihn für immer von der historischen Bildfläche verschwunden wären. Im Rahmen der großangelegten Emigration innerhalb derer viele Okinawaner nach Japan oder Übersee - vor allem auch nach Hawaii - emmigrierten , ging auch Yabiku Mōden auf die Hauptinseln Japans und wurde dort der erste , der dort das Ryūkyū Kobudō in erwähnenswertem Maße vorstellte. Tatsächlich ist er wohl zu den Personen zu zählen, die den Begriff Kobujutsu und daraus abgeleitet Kobudō prägten. ► Taira Shinken Taira Shinken 平信賢 (1897-1970) ging 1922 von Okinawa nach Tōkyō, wo er unter Funakoshi Gichin 富名腰義珍 (1868-1958) Karate studierte. Funakoshi war auch bekannt dafür, ein Schüler des Bō-Meisters Sueyoshi gewesen zu sein. Er setzte sich mit dem Bō und den Sai auseinander und beeinflusste Taira so möglicherweise bereits. 1929 begann Taira unter Yabiku Mōden Kobujutsu zu studieren und erhielt von diesem bereits 1933 die volle Lehrerlaubnis. Im selben Jahr, 1933, ging Taira nach Ikao in die Präfektur Gumma und eröffnete ein Ableger-Dōjō (Ikao Onsen Dōjō) von Funakoshi’s Shōtōkan 松涛館, wo er auch Yabiku’s Kobujutsu lehrte. Desweiteren studierte Taira das Kobujutsu unter Mabuni Kenwa 摩文仁賢和 (1889-1952). 1942 kehrte er nach Okinawa zurück. Die schweren Nachkriegsjahre hinderten Taira nicht daran, seine Feldforschungen weiterzuführen. Im Jahre 1955 gründete er mit der Erfahrung der letzten 30 Jahre das Ryūkyū Kobudō Hozon Shinkōkai 琉球古武道保存振興会, dem er bis zu seinem Tod 1970 als Präsident vorstand. Während seiner Zeit als Förderer des Ryūkyū Kobudō hatte er zahlreiche berühmte Studiengefährten. Zahlreiche der prominentesten Vertreter des okinawesischen Karate und Kobudo waren mit ihm bekannt und arbeiteten mit ihm zusammen.
平信賢 (三十五才) 昭和八年五月群馬県伊香保温泉道場に於いて記念撮影。 Taira Shinken 35-jährig im Mai Shōwa 8 (1933) im Ikaho Onsen Dōjō. Hier eine kurze Zusammenfassung zu Taira: 琉球古武道保存振興会の設立し、初代会長となり、万の型の保存につとめた。琉球古武道保存振興会の古武術綜合の奉ずる。 平信賢の流は金剛流であるという(空手、釵、棍、二挺鎌、鉄甲、他)。明治三十五年, 沖縄県久米島に生まれた。 富名越義珍 - 屋比久猛伝ついて琉球古武道を学び,昭和十五年, 道場を開設した。 昭和四十五年九月三日, 七十三歳で死去。 二代会長の琉球古武道保存振興会は赤嶺栄亮。 Gründer des Ryūkyū Kobudō Hozon Shinkōkai und erster Präsident desselben. Er bewahrte die unterschiedlichsten Arten von Kata. Das Ryūkyū Kobudō Hozon Shinkōkai diente der Zusammenfassung, Erhaltung und Verbreitung des Kobujutsu. Taira Shinken’s Stil wurde auch Kongō-ryū genannt und umfaßte Karate, Sai, Kun, Nichō Kama, Tekkō, und andere. Er wurde Meiji 35 auf der Insel Kume, Präfektur Okinawa geboren. Er studierte Ryūkyū Kobudō mit Funakoshi Gichin, Yabiku Mōden und Mabuni Kenwa. Shōwa 15 eröffnete er sein eigenes Dōjō. Er verstarb am 3. September Shōwa 45 im Alter von 73 Jahren. Zweiter Präsident des Ryūkyū Kobudō Hozon Shinkōkai war Akamine Eisuke. Einige weitere wichtige Protagonisten in der Erhaltung und Entwicklung der vielen unterschiedlichen Disziplinen des Ryūkyū Kobudō 琉球古武道 waren: ► Kanagusuku Sanda 金城三郎 ► Aragaki Seishō 新垣世章 ► Ōshiro Chōjo 大城朝恕 ► Kamiya Jinsei 神谷仁清 ► Chitose Gōchoku 千歳剛直 ► Mabuni Kenwa 摩文仁賢和 (1889-1952) ► Akamine Eisuke 赤嶺栄亮 (1925-1999) (Diese kurze Liste erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Für eine etwas umgangreichere Liste, siehe hier.)
[1] Auch Chinen Saburō oder Sanriyō さんりよう. Sein Spitzname war Yamanni nu Usumē ヤマンニー ヌ ウスメー, der "betagte alte Mann von Yamanni". Usumē bedeutet "ehrenwerter alter Herr", dieser Begriff wurde jedoch nur innerhalb nichtadeliger Personenkreise verwendet (der äquivalente Begriff unter dem Adel war Tanmē). Dies ist nicht verwunderlich, da Chinen zu den "Aufsteigern" gehörte, zu denen, die in die unterste Adelsklasse befördert wurden.
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