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Viele Jahrhunderte entwickelte sich die Kunst des Waffengebrauchs - oder Bukijutsu – im Königreich von Ryūkyū in einer kulturell einzigartigen Form. Obwohl diese Methoden besonders durch chinesische und auch japanische Einflüsse mitgeprägt wurden, unterscheiden sie sich doch zum Teil erheblich von diesen. Dies liegt nicht zuletzt an der auch ansonsten einzigartigen Kultur Okinawas, die sich auf ihrer vermittelnden Handelsfunktion als Tributstaat Chinas im 15. Jahrhundert und dem daraus resultierenden Kontakt mit Nationen aus ganz Südostasien begründete, die Okinawa auf einem großangelegten Netz aus maritimen Handelsrouten anliefen um ihre Waren an den Mann zu bringen.
Nach einer Festivität für den Prinzen von Ryūkyū Für die alten Bushi von Ryūkyū war Kobudō zusammen mit Karate-dō (ehemals Tī und Tōdī) wie "die zwei Räder an einer Achse." Unter den Gründern der ältesten überlieferten Kata des Kobudō finden sich so die Namen berühmter Vertreter des Tōde, wie Sakugawa oder Chatan Yara, gefolgt von hochrangigen Beamten und Sicherheitsexperten des Königreichs. Der Entstehungszeitraum bzw. die frühesten nachzuweisenden und eindeutig zuzuordnenden Daten zum Ryūkyū bzw. Okinawa Kobudō fallen mit denen des ursprünglichen Karate-dō zusammen.
Später, nach der Abschaffung des Ryūkyū-Königreichs und der Gründung der Präfektur Okinawa (Okinawa-ken) als Teil Japans im Jahre 1879, begann diese Kunst zu verfallen. Unter anderem lag dies auch an dem Verlust der Ränge des Ryūkyū-Königreichs und den damit verbundenen Bräuchen und Pflichten der jeweiligen Amtsträger. Denn entgegen der weitverbreiteten Meinung, dass Ryūkyū bzw. Okinawa Kobudō sich in der sogenannten "einfachen" Bevölkerung entwickelte, gibt es eindeutige Hinweise darauf, dass es die administrativen, quasi-militärischen und gesetzesdurchführenden Funktionen waren, die für die Entwicklung dieser kulturhistorisch wenig deutlich beleuchteten Kampfkunst verantwortlich zeichnen. |